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Ein ganz normaler Trainingslauf!

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Ich trete aus der Türe, atme tief ein, drücke auf meine Garmin-Uhr um sie zu starten und setze mich langsam in Bewegung. Es sollen heute ca. 15 Km werden, so habe ich es mir vorgenommen. Ich trabe also los und versuche in meinen Laufrhythmus zu kommen, meistens dauert das immer zwischen 2-5 Km bis es wirklich läuft. Meine Strecke führt mich heute über Feldwege zum nahegelegenen Wald und an der Donau entlang. Es ist Sonntag und die Sonne lacht. Es schimmern Pfützen auf dem Feldweg und der Boden ist noch etwas rutschig vom Regen am Morgen. Die Luft ist klar und es riecht schon nach Herbst. Heute will irgendwie der Rhythmus auch nach 2 Km nicht einkehren, ich versuche mit aller Mühe nicht im nassen Gras auszurutschen und sammle schwere Erde an meinen Laufschuhen die daran klebt als hätte jemand Patex dran geschmiert. Die Schuhe werden immer schwerer und der Atem schneller, doch anhalten und sich von der Last zu befreien wäre jetzt kontraproduktiv, der Rhythmus kommt langsam. Ich biege in den Wald ein und versuche durch festeres auftreten auf den jetzt kiesigen Untergrund den lästigen Ballast von meinen Schuhen zu befreien und sehe dabei mit Sicherheit sehr komisch aus aber es hilft. Um gefühlte 5 Kg leichter trabe ich zufrieden weiter und in meiner Seligkeit erwische ich direkt eine Pfütze die meinen Weg kreuzt und die mein linken Fuß unter Wasser setzt. Na toll denke ich mir und schüttle im weiteren Lauf mein linkes Bein wie ein Hund der mal austrehten muss. Im Rhythmisch schmatzenden Geräusch meines linken nassen Schuhs laufe ich weiter. Die Natur genießend und nichts Böses ahnend, lauf ich so vor mich hin als plötzlich wie aus dem Nichts eine Horde Radfahrer um die Wegbiegung geschossen kommt. Um nicht meinen Lauf wegen eines Radzusammenstoßes zu gefährden hüpfe ich geistesgegenwärtig vom Weg und direkt in die nächste Pfütze rein. Leise vor mich hin fluchend blicke ich der Horde hinterher und setzte mein Weg in die andere Richtung fort. Die schlechte Laune ist schnell wieder verflogen als ich mitten im Wald zwei Rehe sehe die mich aus sicherer Entfernung verdutzt ansehen und mit riesen Sprüngen im Dickicht verschwinden, gefolgt von einem Langohr der mit Hacken schlagen versucht den Abstand zwischen mir und Ihm zu vergrößern, was ihm auch ohne Probleme gelingt ;). Ich liebe die Natur.

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Aus dem Wald herauslaufend komme ich in ein kleines Dorf das ich durchqueren muss um zur Donau zu gelangen. Irgendwie ist es immer dasselbe, ich komme mir immer vor wie wenn ich was total Abartiges tue, so wie die ältere Generation im Dorf mir hinterher sieht und dabei ungläubige Gesichter aufsetzt. Ich lasse mich nicht davon irritieren und trabe mit starren und entschlossenen Blick weiter. Mit bösem Gekläffe werde ich von einem Minihund an einem Gartenzaun in Empfang genommen der ziemlich sauer ist, dass er nicht raus kann um mir in meine Läuferwade zu beißen. Ich grinse voller Genugtuung vor mich hin und sehe schon das Ende des Dorfes und den kleinen Anstieg den ich auf dem Fahrradweg entlang hinauflaufen muss um am Ende des Berges alles wieder in einem mortzmässigen Tempo Bergab zu düsen. Ich komme ziemlich außer Atem als ich versuche mein Tempo bei zu behalten und fixiere und dabei das Ende des Berges als ob es dadurch schneller ginge. Aber jeder Anstieg wird einmal zum Abstieg und so mache ich mich mit klopfenden Herzen daran bergab an Fahrt zu zu legen. Mitten im schönsten Lauftempo ein dreifaches Hupen das mich vor Schreck fast stolpern lässt. Ich fang mich wieder und ehe ich mich versehe brettert ein LKW mit einem mörderischen Tempo an mir vorbei und eine Hand die mit hoch gestreckten Daumen, mir signalisieren soll dass der Fahrer meine Bergab Aktion wohl gut findet, wird aus dem Fahrerfenster gestreckt. Mein LKW- Adrenalienschub lässt mich noch ein ordentliches Tempo beibehalten obwohl die Strecke schon längst wieder eben ist. Schnaufend beruhige ich mich langsam wieder und habe mein Etappenziel erreicht. Die Donau fliest majestätisch und beruhigend vor sich hin und ich folge Ihrem Lauf. Am Damm entlang ist am Sonntag immer viel los. Familien machen einen Ausflug um Schwäne zu füttern, Rentnerehepaare laufen mit ihren Gehilfen im Schneckentempo schön den Weg blockierend vor sich hin und Hunde laufen frei herum und freuen sich jedes Mal wenn Jogger an ihnen vorbei rennen und aus dem ruhigen Sonntagslauf urplötzlich dann ein Tempolauf wird. 2 km folge ich der Donau und biege dann auf einen Radweg ab, der mich wieder nach Hause führen soll. Auch hier ist erstaunlich viel los. Ganze Radfahrgenerationen sind unterwegs und ich versuche mich so schmal zu machen wie ich nur kann und weiche oft genug aufs Gras am Wegesrand aus. Fußgänger machen mir Platz und grüßen mich freundlich. Noch einmal durchquere ich den kleinen Wald in dem ich mich am wohlsten fühle und biege auf eine extra Runde auf einen Trail ab der ca. 1 km lang ist. Die Äste fliegen nur so an mir vorbei und ich muss mich teilweise bücken um nicht Blätter zu schlucken oder über kleine Hindernisse springen um nicht hin zu fallen. Ich freue mich dass ich durch den Trail noch etwas meine Koordination schulen konnte und mache mich auf dem Feldweg wieder Richtung Heimat auf, schwere Schuhe inklusive. 200 Meter vor dem Ziel drossle ich mein Tempo zu einem flotten gehen und schau auf die Uhr: 16 km in 1: 40h! Ich bin zufrieden und klopfe erst mal meine Schuhe aus. Jetzt eine schöne Dusche und was ordentliches Essen! Ich liebe das Laufen und wer behauptet das Laufen langweilig ist, läuft wohl nur auf dem Laufband im Fitnessstudio. Es ist immer wieder ein Erlebnis.

In diesem Sinne, lasst es laufen
Eure Viola

 

 

16. September 2013 | Laufberichte, Neuigkeiten | 1

One Response to Ein ganz normaler Trainingslauf!

  1. Sascha Hadamitzky sagt:

    Viola ein sehr gut beschriebener Bericht..da hat man das Gefühl mit zu laufen!Kompliment!

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